Donnerstag, 23. Juli 2015

Reiseskizzen


So zehn, elf Tage war ich auf dem Fahrrad unterwegs mit einem Zelt und um mich herum mit ganz vielen Inspirationen zum Zeichnen. Das sind einfach-drauf-los-Bilder, also ohne Vorzeichnen, im Schneidersitz abends im Zelt ins Mini-Skizzenbuch, denn viel Gepäck war ja nicht. Von Perfektion kann deshalb nicht die Rede sein. Trotzdem: So entspannt habe ich schon lange nicht mehr gezeichnet, denn da war ganz viel Grün und Vogelgezwitscher und Ruhe um mich herum ...







Das war wirklich so! Die saß mit Kopf runter auf der Dachschräge. Verrückte Ziege ...




Und Ende.

Samstag, 7. Februar 2015

Druckerschwärze


Über den Straßen verdichtet sich langsam der Nebel. Die Turmuhr schlägt, als wollte sie die Menschen damit in ihre warmen Häuser zurück treiben. Gleich wird nur noch der fahle Schein der Laternen den Weg auf dem holprigen Kopfsteinpflaster erleuchten.

Anne rückt ihren Hut zurecht und will die Straße überqueren, doch ein Zeitungsjunge kommt ihr in die Quere. Sie klopft ihre Manteltaschen nach einem Penny ab, wird fündig und drückt dem Kind die Münze in die von Druckerschwärze verfärbte Hand.

Als sie die Schlagzeile liest, stockt ihr der Atem.

Samstag, 24. Januar 2015

Nachts



Endlich springt die Ampel auf grün. Er hastet über die Straße. Im nassen Asphalt spiegelt sich Leuchtreklame. Die Straßenbahn läutet und fährt an. Gerade noch rechtzeitig bekommt er das kühle Metall der Haltestange zu fassen. Mit klopfenden Herzen fährt er in die Nacht hinein.

Samstag, 17. Januar 2015

Grüße von der Tauchstation




Der erste Monat ist schon wieder fast rum. Los ging alles mir viel Feuerwerk zum Jahreswechsel. Danach habe ich mir erst einmal ein Verschnaufspäuschen gegönnt. Auch hier aufm Blog. Mal runter kommen, mal ein bisschen ausspannen.


Kurz darauf rennt schon wieder alles fleißig im Hamsterrad. Dies und das steht an. Ich lerne Kinder kennen, die mal so garnix haben. 


Da merkt man erst einmal, in welchem Überfluss man eigentlich lebt. 

Ja, das neue Jahr beginnt nachdenklich. Ich habe nicht nur beschlossen, Plastik-Trinkflaschen mit Weichmachern konsequent zu meiden - ich will auch ein paar neue kreative Ideen realisieren. Deshalb, liebe Leser, nicht wundern, wenn es hier demnächst etwas ruhiger zugeht. Im Moment probier ich mich schreib- und zeichenmäßig an ein paar Offline-Projekten. Kann also sein, dass ich mal für längere Zeit abtauche. Tauche aber sicher wieder auf :-)

Sonntag, 21. Dezember 2014


Blog-Halbzeit. Weihnachten. Jahreswechsel und so. Zeit für 'ne kleine Verschnaufpause. Macht's euch schön und seid gemütlich.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Kapitel Radfahren


In dem ich einen sprechenden Stuhl treffe, meine Karriere als Kriegsreporter plane und mit einem Hinterkopf rede.

Zack, schon wieder einer. Ich bin mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit und sehe schon von weitem die rechtsblinkende Limousine vor mir. Der schneidet mich gleich auf dem Radweg, wette ich mit mir selbst. Wette gewonnen. Das lange Ungetüm kriecht mir im Schneckentempo vors Vorderrad. Ich komme mit vorwurfsvoll quietschenden Bremsen zum Stehen. „Hier ist ein Radweg!“, rufe ich und starte ächzend ein Überholmanöver. Beim Vorbeiziehen blicke ich auf einen Kevin Kuranyi-ausrasierten Hinterschädel. Auf „Ey, Radweg Alter!“ hätte der wohl eher reagiert.

Straßenverkehr ist Krieg. Und der Fahrradfahrer läuft als Fußvolk an vorderster Front. Zum Abschuss freigegeben. Von den Autos bedrängt, von den Fußgängern ignoriert. Der Radweg: Eine praktische Stellfläche, auf der man halten und sich unterhalten kann. 

Das wären doch mal wieder phänomenale, einleitende Worte für einen Blog-Artikel, denke ich. Überhaupt sollte ich auf meinem Blog politischer werden. Meine Meinung sagen. Die demokratieverwöhnten deutschen Blogger schreiben über Luxusprobleme wie frühes Aufstehen, den inneren Schweinehund oder posten Kaffeetassen auf Holztischen. Dabei könnte man doch von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen! Ich könnte sozusagen als Kriegsreporter von der Front im Einsatz für die Radfahrer berichten. Ach, im Geiste formuliere ich schon ganze Posts, der kalte Fahrtwind kühlt mein vom Eifer erhitztes Gesicht – als ich wieder scharf bremsen muss.

Ein Lieferwagen kommt mir mit eingelegtem Rückwärtsgang auf dem Radweg entgegen gezockelt. „Eine Unverschämtheit!“, protestiere ich lautstark. Umständlich umrunde ich den Wagen. Mit zusammen gekniffenen Augen sende ich dem Fahrer alle bösen Energien, die ich mobilisieren kann. Auf dass dir dein schlechtes Gewissen den Schlaf raubt!

Eigentlich geht es doch nur um einen Punkt: Ich möchte als Radfahrer ernst genommen werden. Ein gleichberechtigtes Mitglied im Straßenverkehr sein. Dessen Rechte respektiert werden, der sich dafür natürlich genauso an die Verkehrsregeln zu halten hat wie alle anderen auch. Ja, ich geben zu: Auch ich kann hier nicht als Vorbild glänzen. Ich bin schon gegen die Einbahnstraße gefahren. Aber im Prinzip doch nur aus Protest in meinem Stadtviertel. Denn in vielen anderen Vierteln meiner Stadt dürfen meine Radkollegen schon legal gegen die Einbahnstraßen fahren.

Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Zur Notwendigkeit der für alle am besten erscheinenden Vereinbarung und vom Standpunkt der Ersichtlichkeit aus wie auch im Allgemeinen gesehen ist eine unbedingte Notwendigkeit gefragt. Vermerk für die to-do-Liste: Unbedingt nach pro-Argumenten für „Fahrradfahrer gegen die Einbahnstraßen“ googlen. Sonst wird das mit dem Kriegsreporter nichts. Wieder muss ich bremsen.

Der Fußgänger, der sich mir in den Weg schiebt, trägt eine dunkelblaue Uniform und stellt sich als Vertreter der örtlichen Polizei vor. Sein Nachname stammt aus dem Wortfeld der Möbelstücke und wird an dieser Stelle aus Gründen der Anonymität geändert. Benennen wir ihn also einfach nach einem anderen Möbelstück. Zum Beispiel: Herr Stuhl. Also „Stuhl“ im Sinne des gleichnamigen Einrichtungsgegenstands, nicht im Sinne von … ist ja auch egal.

Jedenfalls klärt mich Herr Stuhl höflich darüber auf, dass das eben ganz knapp rot war und ich mich jetzt nicht dazu äußern muss. Folglich halte ich die Klappe und überlege, wo hier gerade eigentlich eine Ampel war. Ich werfe einen unsicheren Blick über die Schulter. Ach, das muss sich um die kleine Kreuzung dort drüben handeln. Da war ich wohl etwas in Gedanken.

„Sie dürfen aber ruhig trotzdem etwas sagen“, ergänzt Herr Stuhl freundlich und notiert sich meine Daten in seinem schlauen Buch. Ich setze auf Ehrlichkeit in der Hoffnung ein paar Jährchen rausschlagen zu können. Ich wäre in Gedanken gewesen und hätte die Ampel gar nicht wahrgenommen. Ab sofort würde ich morgens sicher nicht mehr auf dem Rad schlafen, schließe ich scherzhaft. Herr Stuhl steigt darauf ein und frotzelt, dass Radfahren ja eigentlich erfrische. Und dann murmelt er etwas von 60 Euro und fünf Euro Bearbeitungsgebühr und mindestens einem Punkt in Flensburg.

Ich verschlucke mich und muss husten. „65 Euro und mindestens ein Punkt?!“, stammle ich. „Aber ich bin doch nur ein Fahrradfahr… ähm … also ich meine: Endlich nimmt mich hier mal jemand richtig ernst!“

Liebe Leser, wieder einmal verschiedene Situationen aus meinem Alltag zu einer runden Sache zusammengefügt und zugunsten einer Pointe etwas ausgefeilt. Ist eigentlich so passiert nur etwas zeitversetzt. Die angekündigte Weihnachtspost von Herrn Stuhl mit der Auflistung meines Vergehens erwarte ich schon sehnsüchtig. 

Und wie steht ihr zum Thema Radfahren? Fahrt ihr überhaupt? Und wenn ja: Wie geht es euch in eurer Stadt dabei? 

Sonntag, 14. Dezember 2014

Fan-Art und Gaming-Tipp: Never alone

Nuna und ihr Polarfuchs - Fanart in Acryl

Spielt ihr Computerspiele? Ich nicht. Und genau deshalb stelle ich euch heute ein sagenhaftes Spiel vor.

Eigentlich sind Computerspiele Herrn Sonnengereifts Terrain. Das letzte Mal wirklich gespielt habe ich ungefähr vor fünfzehn Jahren. Damals war die Nintendo-Welle für einen begrenzten Zeitraum von meinem Bruder auf mich geschwappt. Jetzt ist es wieder passiert. Ich wurde angefixt und zwar von dem Spiel „Never alone“. Das Tolle ist: Man kann es zu zweit spielen.

Freitag, 12. Dezember 2014

Dienstag, 9. Dezember 2014

Die allmorgendliche Krise

Kita ja, aber nur mit Diadem! Diese Prinzessin habe ich neulich zu einer wirklich miesen, frühen Uhrzeit gesehen.

Diesen Post widme ich Tobias und Andreas.

Frühaufstehen an kalten Wintertagen – den Wenigsten fällt das leicht. Radiowecker und Smartphones mit Heia‑popeia‑Musik versuchen uns, möglichst schonend beizubringen, dass die Nacht vorbei ist. Das hat schon so manchen Liebhaber der elektrofreien Zone im Schlafzimmer zur Rebellion getrieben und sagen lassen: Vergesst Elektrosmog, Heia-Popeia-Musik rockt! Doch zu gottlosen Uhrzeiten werden auch die wohltuendsten Klänge zu Überbringern einer bösen Botschaft: Die Nacht. Ist. Vorbei. Dieser Tatsache jeden Morgen aufs Neue ins Auge zu sehen, ist nicht einfach nur unangenehm. Im Grunde genommen ist es eine Krise, die der Mensch mehr oder weniger intensiv durchläuft. Ich finde nämlich, dass man beim Aufstehen die von Psychologen ermittelten „Phasen der Krisenbewältigung“ beobachten kann.

Dienstag, 2. Dezember 2014

An den inneren Schweinehund


Kurze Tage und niedrige Temperaturen - Ich weiß nicht, ob er sich bei euch auch breit gemacht hat, der innere Schweinehund. Mir reicht's. Ich schreibe ihn jetzt offiziell an. 

Sehr geehrter Herr innerer Schweinehund,

seit einigen Wochen dürfen wir Sie nun als Gast in unserem Heim begrüßen. Ich freue mich für Sie, dass Ihnen der Aufenthalt bei uns offensichtlich überaus gut gefällt. Umso mehr bedauere ich Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Sie hiermit zur sofortigen Weiterreise auffordern. Das ist kein Angriff gegen Sie persönlich, sondern liegt viel mehr an äußeren Umständen.

Samstag, 29. November 2014

Buchtipp: Irmina

Buchcover © Reprodukt Verlag / Illustration © Barbara Yelin / Foto © sonnengereift

Zuerst stand es auf meiner Wunschliste, dann lag es als Geburtstagsgeschenk in meinem Briefkasten und nun habe ich es gelesen: Die Graphic Novel „Irmina“ erzählt die Geschichte einer Frau, deren Leben maßgeblich von einer Katastrophe geprägt wurde – dem zweiten Weltkrieg. Klingt abgedroschen? Ist es ganz und gar nicht. Denn hier geht es ausnahmsweise einmal nicht um eine Heldengeschichte.

Sonntag, 23. November 2014

Mach den Test: Welcher Weihnachtswichtel bist du?




In den Supermärkten starren uns die Schoko-Weihnachtsmänner an und auf einigen Weihnachtsmärkten blubbert tatsächlich schon der Glühwein vor sich hin. Wie so viele, die fleißig im Hamsterrad rennen, kann ich es noch gar nicht glauben, dass bereits die (Vor)Weihnachtszeit beginnt. Und wie man diese gestaltet, ist – Typsache. Mach doch mal den Test und schau, welcher Weihnachtswichtel du bist.

Bevor es los geht noch eine kleine Neuigkeit: Test und Wichtel sind bei Känguru Stadtmagazin für Familien in KölnBonn zu Besuch. So, jetzt aber ...


Dienstag, 18. November 2014

Billige Angelegenheit

Eine Kurzgeschichte. Völlig fiktiv.




Sie hat mich heute selten angesehen. Genau wie die Tage zuvor. Findet sie mich nicht mehr gut genug? Bin ich ihr zu altmodisch? Zu klein? Zu langsam? Ich bin erschöpft. Jeden Tag mehr. Meine Kapazitäten sind einfach begrenzt. Ich bin buchstäblich voll.

Sonntag, 16. November 2014

Erkältungstypen – eine ganz besondere Spezies



Die Erkältung – erst hatte er sie, jetzt habe ich sie. Ich hatte mir interessante Dinge für dieses Wochenende vorgenommen. Doch die Erkältung hat mir einen Strich durch die Rechnungen gemacht. Mein größtes Highlight war bisher ein langweiliger Krankenspaziergang um den Block. Mehr als einen verpennten Hasen auf Instagram hatte ich kreativ-mäßig am Samstag auch nicht gerissen.

Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mich deshalb hier einmal mit dem Thema Viren, Bakterien und ihren Auswirkungen auf die Persönlichkeit. Manchmal bringen die Krankheitserreger ja die nicht so liebenswürdigen Seiten zum Vorschein. Oder, um es mit den abgenutzten Worten mancher Therapeuten und Pädagogen zu sagen: Eine Erkältung – „was macht das mit dir?“ Welche Erkältungstypen gibt es?

Mittwoch, 12. November 2014

12 von 12

In  zwölf Bildern: Das war los im Oktober.







Noch mehr zwölfer-Bilder findet ihr bei Draußen nur Kännchen.

P.S.: Habe neue Aquarell-Farben und muss mich damit noch eingrooven. Denn irgendwie sehen meine Haare auf den Bildern ziemlich rot aus. Ist aber im echten Leben nicht so. Eigentlich sind sie braun. Na ja, sie waren auch mal blond gesträhnt, aber irgendwie wurde es immer schneller dunkel da oben und da habe ich kurzen Prozess gemacht und bin zurück zur Natur.

Dienstag, 11. November 2014

Froschgymnastik



Oder sollte ich lieber sagen Frühgymnastik? Denn heute bin ich früh dran mit meinen Fröschen und sie turnen sogar schon beim Creadienstag.

Sonntag, 9. November 2014

Das Wort zum Sonntag


Es kommt, wie es kommt ...



... wie dieser tragische Fall eines Zebras mit Streifenverlust eindringlich zeigt. 

Sonntag, 2. November 2014

Frostbeulen


© sonnengereift

Mannomann, ist euch auch so kalt? 


© sonnengereift

Es wird echt frisch beim Urban sketching ...

Sonntag, 26. Oktober 2014

Gemütlich shoppen

Eine Glosse. (Ein bisschen erlebt. Ein bisschen fiktiv. Ein bisschen absurd.)


Es ist Samstagmorgen und heute steht das Unvermeidliche an: Shopping.

„Bestell doch im Internet, das ist doch viel gemütlicher“, ruft Herr Sonnengereift aus dem Lesesessel. Die Füße in dicke Filzpantoffel gepackt und den Controller in den Händen, sitzt er da glücklich zerzaust und schiebt lustige grüne Männchen über den Bildschirm.